Das Ouessantschaf

oder bretonisches Zwergschaf….

Rassebeschreibung:

Kopf: Fein und regelmäßig, Böcke mit Hörnern, Mutterschafe hornlos, die Nase und die Stirn in einer Linie. Leichter Ramskopf beim Bock.

Augen: Mit Glanz, lebhafter Blick, Augenhöcker hervorstehend.

Ohren: Fein, klein, kurz, beweglich, leicht aufgerichtet.

Hörner: Dunkel für die schwarzen und braunen Tiere, hell für die weißen, dreieckiger Teil, stark, gerollt mit einer einzigen Windung und gutem Abstand vom Kopf.

Hals: Rund, ohne Wamme, Krawatte bei den Böcken.

Rumpf: Widerrist nicht hervorstehend, tiefe Brust.

Rücken: Gerade Oberlinie, vom Widerrist bis zum Schwanzansatz.

Schwanz: Kurz, Ende über Sprunggelenk, oben bewollt, unten mit Stichelhaaren.

Becken: Groß

Gliedmaßen: Fein, von mittlerer Länge, gut proportioniert, gerade Stellung.

Maximale Höhe am Widerrist:

Bock: 49 cm / Weibliche Schafe: 46 cm

Bei weißen Schafen: Rote Stellen an Hals, Schwanz und Füßen. Diese Markierungen werden mit dem Alter schwächer.

Der Normalfall für die Rasse sind Einlingsgeburten,

Zwillingsgeburten sind sehr selten und werden nicht angestrebt!

Haltung:

Ouessantschafe können auch auf kleineren Wiesen gehalten werden. Die Wiese sollte frei von Giftpflanzen sein und ausbruchsicher eingezäunt sein. Die Tiere sind robust und anspruchslos. Trotzdem müssen sie gepflegt werden.: Man sollte sie täglich beobachten, damit rechtzeitig auffällt, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Für den Schutz vor Wettereinflüssen und ggf. um sie einzufangen, sollte man für die Tiere einen mind. an 3 Seiten geschlossenen Stall zur Verfügung stellen. Sie benötigen täglich frisches Wasser, einen Mineralleckstein  und  immer Heu zur freien Verfügung. Einmal jährlich eine Schur und nach Bedarf Klauenpflege und Parasitenbehandlung.
Wenn man es möchte , werden sie schnell zutraulich und eignen sich daher auch für den Einsatz als Therapietiere.  Männliche Tiere sind in der Regel weniger gesprächig als weibliche Tiere.

Bitte informieren Sie sich ausführlich vor der Anschaffung von Tieren bei einem der Ansprechpartner der IGOU oder bei einem Züchter in Ihrer Nähe

 

Farben:

Die Ursprüngliche Farbe des Ouessantschafes ist nach heutiger Erkenntnis schwarz. In Frankreich sind schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts graue Tiere bekannt, hierbei handelt es sich um eine Variante von Schwarz, die Tiere können vermutlich nicht genügend Farbstoff für eine dunkle Wollfärbung bilden
Weiß vererbt sich dominant und ist vermutlich durch Einkreuzungen von bretonischen Landschafen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden. Weiße Tiere haben oftmals eine rötliche Färbung, die besonders stark im Nacken, der Schwanzwurzel und den Beinen hervortritt.
Braune Tiere sind in der Bretagne unbekannt, erfreuen sich in Nordfrankreich, Belgien und den Niederlanden großer Beliebtheit. Braun vererbt sich rezessiv.
Der Farbschlag Schimmel ist in den 1970er Jahren  vermutlich durch Einkreuzung von Romanov und Finnschaf entstanden. In Deutschland werden graue Tiere auch als Schimmel bezeichnet, obgleich sich schimmel dominant und grau rezessiv vererbt und beide Farben genetisch eine völlig unterschiedliche Herkunft haben.

 

Herkunft und Geschichte:

Das Ouessantschaf ist eine alte Landschafrasse, die von der, nahe der bretonischen Küste im Atlantik gelegenen französischen Insel Ouessant stammt. Die rauen Umweltbedingungen, insbesondere das äußerst  windige Meeresklima sowie das karge Futterangebot auf der Insel, dürften erheblich zum Kleinwuchs der Rasse beigetragen haben. Bis in das späte 19. Jh. werden in den historischen Überlieferungen ausschließlich schwarze Tiere auf der Insel erwähnt wobei ihre Zahl in der Mitte des 19. Jh.s annähernd 6000 Tiere betrug.  Ab dem ausgehenden 19. Jh. sind dann neben schwarzen auch weiße Ouessantschafe nachweisbar. Der Nutzung der schwarzen Wolle kam, entsprechend der traditionellen Farbe der einheimischen Tracht, eine hohe Bedeutung zu. Aber auch das Fleisch der kleinen Schafe von Ouessant hatte einen guten Ruf, der bis weit auf das Festland reichte. Paul Abbé spürte in den 60er und frühen 70er Jahren des 20. Jahrhunderts die letzten Ouessantschafbestände in Frankreich auf. Bei der GEMO in Frankreich spricht man von den „vier Stämmen“: „Morbihannaise“, „Vendéenne“, „Botanischer Garten in Paris“ und „Nord“, die beiden zuletzt genannten hatten trotz ihrer geringen Tierzahl einen nicht unerheblichen Einfluß auf die heutige Population. Die Böcke aus dem botanischen Garten verfügten über ausgesprochen schöne Hörner, was sie zu beliebten Zuchtböcken machte. Alle brauen Schafe scheinen auf den Stamm Nord zurück zugehen.

 

 

 

 

 

 

 

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